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Vorstellung
nicht mit dem Angebot des Fechtmeisters überein, kommen sie
nicht wieder. Es ist sicher möglich, Spezialangebote für Einzelne
oder Kleinstgruppen zu machen. Ich halte es aber nicht für
sinnvoll, sich zu weit vom Fechtsport zu entfernen, wie er
sich mit all seinen Fehlern entwickelt hat. Das Rad gegen
die gesellschaftliche Entwicklung zurückzudrehen, wird nicht
gelingen.
Ich bezweifle auch, dass der Fechtsport generell als aggressiv,
roh oder gefährlich bezeichnet werden darf. Die Gefechte,
die ich von den Olympischen Spielen gesehen habe, waren es
nicht. Allerdings hat sich im Fechten etwas entwickelt, was
in allen Sportarten geschehen ist: Man hat versucht, im Rahmen
der bestehenden Regeln die Leistung zu optimieren. In der
Leichtathletik sind wir davon begeistert, im Fechten empfinden
wir es als den Untergang. Warum eigentlich? Zu allen Zeiten
haben Fechtmeister auf die Bedeutung der Beinarbeit hingewiesen.
Jetzt wird die Beinarbeit besonders im Säbel so wichtig, dass
die Klingenaktionen in den Hintergrund rücken. Gefechte sind
schnell, es gibt viel Bewegung und die Mensur ist von
größter Bedeutung. Das ist mitnichten gefährlich, es ist nicht
roh und der „Mangel an traditioneller Technik" kann auch als
„dynamische Entwicklung" gesehen werden.
War Säbelfechten wirklich soviel schöner, als die Fechter
im Flèche aufeinander zugeflogen sind oder wie Rumpelstilzchen
brüllend um die Bahn gehüpft sind um das Kampfgericht von
ihrem Treffer zu überzeugen (meine Erinnerung an die WM 1978
in Hamburg)?.
Haben wir Fechtmeister eigentlich das Recht, den Zustand des
Fechtens zu beklagen, wo wir doch die höchstqualifizierten
Ausbilder sind?
Ich werde mich weiter darum bemühen, meinen Schülerinnen,
Trainerinnen und Fechtmeisteranwärterinnen bestimmte
Ideale wie Fairness und Achtung für Gegner und Kampfrichter
nahe zu bringen. Auf Schnellkrafttraining werden wir
dabei nicht verzichten, wohl aber auf die klassische Haltung
des freien Arms. Ebenso wichtig ist aber die Ausbildung von
Kampfrichtern, die für mich von Anfang an dazu gehört. Alle
Auswüchse, die wir auf Turnieren beobachten, könnten mit dem
vorhandenen Regelwerk von kompetenten Kampfrichtern mühelos
unterbunden werden.
Ich lade Sie ein, beim Kongress vom
17.-19. August 2001 in Bad Wildungen mit mir über das
Thema „Kampf oder Kunst" zu diskutieren.
Mike
Bunke
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